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Preise

Pricing

Location

Cuxhavener Str. 1
21745 Hemmoor, Germany

Erreichbarkeit

Per Telefon

Der Kreidesee

Der See heute

  • Lage

    Niedersachsen, Hemmoor, ca. 45 km südöstlich von Cuxhaven.

  • Tiefe

    Je nach Wasserstand, bis zu max. 60 Meter.

  • Größe

    ca. 1300 m x 500 m

  • Tauchsaison

    Halbtrocken: April bis November
    Trocken: ganzjährig

  • Eis

    eigentlich nie! Evtl. alle 20 Jahre

  • Sicht

    Bei optimalem Wetter kann die Sicht auf bis zu 40 Meter ansteigen, bei schlechten Bedingungen z. B. viele Taucher, viel Wind oder Regen auf nur noch 5–10 Meter abfallen. Im Schnitt beträgt sie ca. 10–20 Metern.

    Das Wetter beeinflusst die Sicht aber stärker, als die Anzahl der Taucher. Von Dienstag bis einschließlich Donnerstag ist in der Regel mit den besten Sichtweiten zu rechnen.

  • Temperatur

    Live Wassertemperatur bis 50m

  • Anforderungen

    Bitte beachten

    Einstieg 0 u. 1  sind gut für die Ausbildung geeignet, weil dort Plattformen in 3,4 u.6m Tiefe installiert sind.

    Einstieg 0, 1, 4A u. 4B  Hier kommen Anfänger auf ihre Kosten, da viele flache Bereiche vorhanden sind.

    Einstieg 2 u. 5  sind für den "normal" geübten Taucher geeignet, da neben flachen Bereichen der Seegrund auch an vielen Stellen steil abfällt.

    Einstieg 3  Hier dürfen nur erfahrene Taucher abtauchen, welche mind. 40 Tauchgänge inkl. 5 Kaltwassertauchgänge nachweisen können. Weiterhin sind hier Tauchausbildungen untersagt.

Flora & Fauna

  • Eine Fülle an

    Süßwasser Flora & -Fauna

    Es gibt eine Fülle an Süßwasserflora und -fauna im Kreidesee zu entdecken und zu erleben. Natürlich auch, weil in der Vergangenheit zahlreiche Fische aus der benachbarten Fischzucht ausgebüchst sind und sich in der Freiheit prächtig vermehrt haben. Üppiger Bewuchs verschiedener Algenarten in den Uferbereichen bietet Saiblingen, Forellen, Stinten, Aalen, Rotfedern und Schleien Unterschlupf.

  • Was der See beherbergt

    Grosse Vielfalt

    Der See beherbergt zudem auch Barsche und Stichlinge in großer Zahl, Süßwassermuscheln, Schnecken und Schwämme sowie eine Fülle von Amphibien zu verschiedenen Jahreszeiten. Auch Süßwasserkrebse sind reichlich vertreten.

    Forellen, Rotfedern und Flußbarsche sind am stärksten vertreten, wobei die Rotfedern oft in großen Schwärmen auftreten.

Seerosen
Krebs im Gefäß
Seesaibling
Anglerbereich
Unterwasserwald
Klares Wasser
Flußkrebs
Krebs im Gefäß
Unterwasserwald
Klares Wasser
Muschelsamlung
Boot bei Sonnenuntergang

Geschichte

Die Grube damals - 1862 bis 1989

1862

Bei Bohrungen nach Braunkohle im Jahr 1859 stieß man im Raum Hemmoor auf mächtige Kreidevorkommen und in unmittelbarer Nähe auf Ton, den wesentlichen Rohstoffen für die Zementproduktion. Die Stader Kaufleute J. H. Hagenah und A. Schultz erwarben 1862 das brachliegende Land und errichteten eine Kalk- und Ziegelbrennerei.

1868

Kreide weltweit

Mit dem Beginn der Industriealisierung stieg der Absatz von Zement sprunghaft an. 1868 wurde aus diesem Grund der in ca. 1km Entfernung liegende Hafen an der Oste aufgekauft.

Die Kohle für die Brennöfen kam auf Segel- und später auf Dampfschiffen, vorzugsweise aus Norwegen und Südafrika in den Hamburger Hafen. Hier wurde sie auf Schuten verladen und nach Hemmoor verschifft. Über die werkseigene Schmalspurbahn wurde das Material dann letztlich vom Hafen zum Werk befördert.

Die Bahn wie auch die Schuten transportierten auf ihrem Rückweg nach Hamburg den begehrten Zement – anfänglich in Fässern und später in Säcken abgepackt. Von dort wurde der Zement weltweit verschifft, z.B. nach Amerika, wo er im Sockel der Freiheitsstatue verarbeitet wurde.

1882

Bergbau-Maschinen

1882 wurde das Werk an die neu gegründete Aktiengesellschaft „Portland Cementfabrik Hemmoor“ verkauft. Mit dem Anstieg auf 1000 Beschäftigte, stieg auch die Jahresproduktion auf 170.000 Fass (1 Fass = 170 kg netto). 

 

1898

Bau der Warstader Kirche

Als die Zementfabrik Ende des 19. Jahrhunderts auf fast 2000 Mitarbeiter zusteuert, entsteht der Wunsch nach besserer kirchlicher Betreung. Einen großen Teil der Baukosten der Warstader Kirche finanziert die Portland Zementfabrik, das Glockengeläut wird vom Direktorium und dem Aufsichtsrat gestiftet. Heute stellt die Kirche neben der alten Mühle den weltweit bekannten "Hintergrund" des typischen Kreideseemotives dar.

1899 ging der erste in Deutschland gebaute Drehofen in Betrieb.

1905

1905 zählte die Fabrik bereits 2.000 Beschäftigte, allerdings erfolgte der Kreideabbau in der Grube bis 1908 auch noch per Handarbeit. 1910 wurden bereits über 1.000.000 Fässer hergestellt. Zement aus Hemmoor war inzwischen weltweit gefragt.

Durch die in diesen Jahren rasch einsetzende Technisierung vergrößerte sich die Fabrik bis 1913 so rasant, dass die Belegschaft zeitgleich auf die Hälfte reduziert wurde.

1960

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts übernahm die »Alsen’sche Portland Zementfabrik das Werk und somit das Loch in der norddeutschen Tiefebene, das zwanzig Jahre später mit über 60 Hektar Fläche und einer Tiefe von fast 120 Metern extreme Ausmaße angenommen hatte (1,2 x 0,5 km).

1976

Obwohl das Werk noch bis 1982 mit Kreide aus Itzehoe Zement produzierte, wurde die örtliche Kreideförderung schon 1976 stillgelegt und die Grundwasserpumpen abgeschaltet, da die Trennung der vor Ort geförderten Kreide von den Feuersteinen zu kostspielig war. Auch das ständig nachdrückende Grundwasser bereitete Probleme und die nahe Bundesstraße stellte ein weiteres Sicherheitsrisiko dar. 

Der vordere Teil der Grube wurde in den letzten Jahren des Abbaus mit Oberflächensand (Abraum) des hinteren Bereiches wieder aufgefüllt.

Trotz schnell steigendem Wasserspiegel dauerte es dennoch sechs Jahre, bis der Kreidesee sein heutiges Niveau erreichte. 

1978

Luftaufnahme von 1978. Langsam füllt sich die Grube mit Quell-, Grund- und Regenwasser und wandelt sich innerhalb von 6 Jahren zum See. Deutlich erkennbar sind die einzelnen Abbauterrassen, welche vom großen Schaufelradbagger stammen.

1983

Zum 31.12.1983 kam das wirtschaftliche Aus. Der Transport der Kreide per LKW von Lägerdorf nach Hemmoor war durch gestiegene Spritkosten zu unrentabel geworden. Der Konzern entschloss sich, die Kreide direkt im Werk in Lägerdorf (Schleswig-Holstein) zu Zement zu verarbeiten. Viele Anlagen und Maschinen sollten nach der Demontage in Lägerdorf wieder aufgebaut werden.

1985

1985 wurde mit den Abbrucharbeiten begonnen. Nach dem kompletten Abbruch der Fabrik wurde nur der Bereich der Grube entlang der B73 verfüllt, um die Uferzonen zu stabilisieren. Hier befindet sich heute der Schotterweg zum Einstieg 5.

1986

Nach dem kompletten Abbruch der Fabrik Mitte der 80er Jahre entdeckten erste Sporttaucher den See, der schon damals mit einer eindrucksvollen Süßwasserflora und -fauna überraschte. Anfänglich waren es DLRG-Taucher, allen voran Holger Schmoldt und Ulf König, die das tiefe Gewässer erkundeten und als Erste kartierten.

1988

Schwebefähre überquert

Durch einige Berichte in Fachzeitschriften folgten weitere Besucher und durch Mundpropaganda sprach sich dieser "Geheimtip" ziemlich schnell herum. Wer kam, quälte sich, zum Teil nur durch ein Seil gesichert, die steilen Böschungen zum Wasser hinunter. Eine tauchergemäße Infrastruktur gab es nicht. Wildes Campen am See war angesagt – egal zu welcher Jahreszeit – und überall tuckerten Kompressoren.

In diesen Jahren präsentierte sich die Umgebung des Gewässers als Industriebrache; eher kahl und abweisend. Wenn da nicht eben dieser einmalige See gewesen wäre ...